KAPITEL 1: DIE STILLE VOR DEM STURM
Julia saß vor ihrer unfertigen Leinwand, der Pinsel lose in ihrer Hand. Die Farben auf ihrer Palette waren leuchtend, ein Kaleidoskop aus Azurblau, tiefem Purpur und glühendem Orange, doch auf der Leinwand herrschte eine merkwürdige Leere. Nur ein paar scheue Striche, die einen flüchtigen Schatten andeuteten. Es war, als ob ihr die Seele abhandengekommen war, jener Funke, der einst ihre Werke zum Leben erweckt hatte. Julia war eine Künstlerin, eine Bildhauerin des Lichts und der Formen, doch in den letzten Monaten fühlte sie sich wie ein Schatten ihrer selbst. Die verspielte Energie, die sie einst antrieb, schien in einem tiefen Schlaf versunken, und ihre kreative Sinnlichkeit, die ihre Kunst so einzigartig machte, war nur noch ein leises Echo.
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